(I can`t get no) SATISFACTION
Ein theatrales Roadmovie
Ausgangspunkt ihrer Arbeit war eine Rausch-Recherche in allen fünf Metropolen des Freischwimmer-Festivals. Mit im Gepäck hatte die Fräulein Wunder AG die kulturwissenschaftliche Frage: „Was ist Rausch und wer weiß wie man rauscht? Mit Neugier und Risikobereitschaft haben sich die sechs PerformerInnen und ihr Kameramann in die aufregendsten wie banalsten Rausch-Welten entführen lassen: Sie wurden Teil von Anbetungsgottesdiensten, geheimen Hotelzimmer-Orgien und Tiefenrauschexpeditionen. Aber waren dies rauschhafte Momente der Verschwendung und Grenzerfahrung?
Nach ihrer Freischwimmer-Tournee mit Auftritten in den Sophiensaelen Berlin, Gessnerallee Zürich, brut Wien, FFT Düsseldorf und Kampnagel Hamburg machte die Fräulein Wunder AG auch Halt in ihrer „Brutstätte“ Hildesheim und präsentierte ihre Theaterperformance in der Eishalle, Domäne Marienburg in Kooperation mit dem Theaterhaus Hildesheim.
VON UND MIT: Anne Bonfert, Melanie Hinz, Verena Lobert, Vanessa Lutz, Malte Pfeiffer, Carmen Waack.
VIDEO: Gernot Wöltjen und Robert Paschmann (DOKTALES)
BÜHNE: Verena zu Knyphausen
PRESSESTIMMEN
„Fünf Frauen und ein tapferer Mann tragen pinkfarbene Leggings, blaue Tops und Stöckelschuhe und zeigen in einer Art Roadmovie die Stationen ihrer Rauschreise auf Leinwand. Mit viel Körpereinsatz haben sie Lachyoga gelernt und in der Fankurve Fußball-Gesänge gegrölt, waren im Swinger-Club und beim Schmerzworkshop. Live kommen jede Menge Aktionen und Erörterungen, Drogen- und Sexszenen dazu. Die Schauspieler tanzen sich in Trance, shoppen und konsumieren; sie diskutieren Batailles Konzept des Rauschs und befragen immer wieder per Video zugeschaltete Experten zum Thema.“
Patricia Hecht: „Nie wieder auftauchen“ In: taz, 14. März 2008.
„Die Fräulein Wunder AG hat sich ein Album angelegt. Ein Album der Rauscherfahrungen, eine Sammelbox voller Kicks und Trips, die sie in den Freischwimmer-Städten gesammelt und nun für ihre Performance (I can’t get no) Satisfaction mit nach Wien gebracht hat, um für uns aus dem Vollen schöpfen zu können.“
Andreas Fleck: „Ein Road-Rausch-Trip“ In: brut im Rausch. Festivalzeitung Freischwimmer 2008
„Auf ihrer Fahrt durch Deutschland auf der Suche nach allen nur möglichen Formen des Rausches – Drogen, Orgien, Tauchen, Lach-Yoga, Schmerz, Fußballspiele und Rockkonzerte – kam ein lustiges Doku-Roadmovie, gekreuzt mit einer Reality-TV-Persiflage heraus. (…) Eine unterhaltsame, abwechslungsreiche und meist recht gekonnt mit ihren Mitteln spielende Show, die in dem seit Jahren aus unterschiedlichen Kontexten Retro-Trash-Setting von Glitzerperücken, Stöckelschuhe und pinken Leggings daher kommt. Der große Rausch ist eben auch nur geliehen.“
Judith Helmer: “Freischwimmer 08. Sprung in die Brause“ In: Corpus, 19. April 2008
„Der ursprüngliche Anspruch des Rausch-Road-Trips einer politisch praktischen kulturwissenschaftlichen Forschungsreise weicht bald einem eher ernüchternden Ergebnis: Auch der Rausch ist längst ökonomisiert und vom Lifestyle einverleibt worden. Neue Frisuren, Hobbies und ein unterhaltsamer Abend sind das, was davon übrig bleibt. (…) Es folgt rauschender Applaus. Wien glaubt anscheinend an die Fräulein Wunder AG. Hallelujah!“
Valerie Kummer: „I can get a girlie action – ‚Cause I try and I try and I try‘„ In: brut im Rausch. Festivalzeitung Freischwimmer 2008.
„Die Gruppe blickt mit Köpfchen und einer Prise (Selbst-) Ironie hinter die Fassade heutiger Popkultur. Installationen und Videos verleihen der Performance den Charakter einer dokumentarischen Sozialstudie, die trotz oder gerade wegen der pseudo-theatralischen Bilder ungemein unterhaltsam ist.“
„Popkultur mit Köpfchen“ In: Wiener Zeitung, 25. April 2008
INTERVIEWS
„lit: Hat das Thema Rausch also zur Auseinandersetzung mit der Gruppe beigetragen?
Lutz: Es hätte genauso gut Gurke sein können. Wir entscheiden einfach etwas und dann machen wir das, egal was es ist. Dann machen wir eben ein Projekt über Gurke. Ich mag zwar keine, aber dann esse ich eben mal welche. Für das Kollektiv mach ich das.
Hinz: Mit maximalem Zeitaufwand, maximalem Körpereinsatz und maximaler ökonomischer Ineffizienz.“
Simone Unger: „Und wenn nichts ist, ist Gruppenrausch - Im Gespräch mit der ‚Fräulein Wunder AG’ über Kollektiv und Gurken, Swingerclubs und maximale Ineffizienz.“ In: lit08 - Magazin für literarische Öffentlichkeit und Kulturbetrachtung
„Inwiefern treten gesellschaftspolitische Aspekte im Kontext zum Rausch in „Satisfaction“ auf?
Verena: Ich finde es immer noch großartig, dass man so eine riesige Reise gemacht hat, wo man dachte, man macht jetzt erstmal auf politisch, dann sucht man die totale Verausgabung und hinterher packt man alles auf die These, dass alles, was wir machen, im Endeffekt Lifestyle oder Hobby ist. (...) Selbsterfahrung auf einer hohen professionellen Ebene. (lacht)“
Maria Macic: „Gruppenrausch, Selbsterfahrung & Theaterperformances“ Ein Interview mit Fräulein Wunder AG In: Festivalzeitung Freischwimmer 2008
„Verschwenderische Verausgabung auf dem hindernisreichen Weg zum endgültigen Rauschkick. Lustvoll versucht sich die Theatergruppe auf der Klaviatur der Medienmöglichkeiten und lässt sich von echten Menschen realer Ekstase zuführen. (...)
Texte, nicht ohne Witz und filmische Zeugnisse wahrer Ekstase, etwa im Fußballstadium, sollen helfen die tiefe und Wertigkeit des Rausches auszuloten.
Erfahrungsbericht und Performance fallen in eins, die Fräulein Wunder AG bietet junges Theater das die Geschwindigkeit und Intensität des Kinos ersehnt.“
NDR Hamburg Journal 19.30 am 17. Mai 2008.
Eingeladen zum Freischwimmer-Festival 2008 in Kooperation mit Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf, Sophiensaele Berlin, brut Wien und Gessnerallee Zürich.
Die Fräulein Wunder AG ist durch Deutschland, Österreich und die Schweiz gereist – als Rauschsuchende und als Hildesheimer Theaterperformance-Export. Ausgewählt für das "Freischwimmer-Festival 2008“, der „Plattform für junges Theater", das von fünf renommierten deutschsprachigen Produktionshäusern der Freien Szene koproduziert wird, entwickelte das junge Performancekollektiv neben fünf weiteren Companies unter dem Thema „Rausch“ seinen theatralen Road-Rausch-Trip „(I can’t get no) Satisfaction“.
PARTNER UND FÖRDERER
Gefördert von der Stiftung der Universität Hildesheim, dem Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation, sowie dem Institut für Medien und Theater der Stiftung Universität Hildesheim, dem Landschaftsverband Hildesheim und dem Theaterhaus Hildesheim.
Dank an Astrid Jansen von der playbag Upcycling Manufaktur für Taschen und Accessoires, Sofie für das Cabrio, Christoph für die musikalische Unterstützung, dem Bund Deutscher PfadfinderInnen, Jonas und Dennis für die Gastfreundschaft, Schwelle 7 für die Einführung in die transitorische WIrkung des Schmerzes, Nathan für Mitnahmne in den Zikr-Rausch, dem Erlebniscenter MENSCH für den Höhenrausch, dem Tauchverein Tiefenrausch e.V. für unseren ersten Tauchgang, Mark Seebürger und Matthias für den Immendorf-Rausch, Barbara für die Swing-life-Tour, Ali für die Einführung in die St. Pauli Fangesänge und Gabriela Leppelt-Remmel für die Einführung in die Kunst des grundlosen Lachens.