DIE FRÄULEIN WUNDER AG

Die Fräulein Wunder AG ist seit 2004 Deckname für ein sechsköpfiges Kollektiv, das mittels Theater und Performance, Aktionskunst und städtischer Intervention gesellschaftliche und politische Themen der Jetztzeit verhandelt. Widersprüche und Konflikte, vor allem aber auch das Visionäre und Utopische innerhalb der Diskurse, die unseren Alltag prägen, überführt die Fräulein Wunder AG in theatrale Gemeinschafts- und Erfahrungsräume für ihre Zuschauerinnen und Zuschauer.

Ausgangspunkt unserer Arbeitsweise sind neugierige Recherchen und Reisen in fremde Milieus, Städte und Länder, zu fest vergessenen biographischen Spuren, Wissenschaftler_innen und Experten_innen des Alltags. Wir besuchen Schlachthöfe, verlorengeglaubte Verwandte und Kirchenarchive, sprechen mit Verhaltensforschern, Prostituierten, Politiker_innen und Schamanen oder lernen Lachyoga und wie man an der Börse spekuliert.


Im affirmativen Gestus des Erfahrens und (Be-)Fragens kultureller Praktiken und Milieus sammeln wir innerhalb dieser künstlerischen Feldforschung im Selbstexperiment Wissen, Aktions- und Bildmaterial für unsere Produktionen. Angeeignete Recherche und biografisches Material, Konzept und Körpereinsatz, Bild- und Erzählverfahren aus Pop- und Hochkultur, bilden das Spannungsgefüge unserer Probenarbeit. Daraus entwickeln wird in kollektiven Probenverfahren thematisch geleitete Ästhetiken und Formate, die sich stets zwischen Kulturtheorie, Cultural Performance und theatralem Experiment bewegen und häufig von Teilhabe und Interaktion mit dem Publikum geprägt sind: Zuschauer_innen reenacten gemeinsam mit uns wichtige Ereignisse der Frauenbewegung, werden Teil eines theatralen Roadmovies und mit Absinth an den Rausch geführt oder tanzen mit uns auf einem „Familienfest“, bei dem wir die Migrationsgeschichte unserer Vorfahren verhandeln.


Als Performer_innen sprechen wir dabei grundsätzlich als wir selbst und nehmen doch verschiedene Haltungen gegenüber der Welt ein, die wir an das Publikum vermitteln. Die Fräulein Wunder AG transformiert künstlerische (Feld-)Forschung und biographische Expertise in unterhaltsame, filmische und theatrale Bilder und Aktionen, die den Anspruch haben intelligente Popkultur sein und damit auch Menschen anzusprechen, die nicht sowieso schon zum klassischen Theaterpublikum gehören.


Die Arbeit der Fräulein Wunder AG wird seit 2010 durch eine Basisförderung des Landes Niedersachsen unterstützt.

STATIONEN


  1. +Gründung 2004 in Hildesheim

  2. +2008 Freischwimmer Beitrag von Kampnagel, Hamburg

  3. +seit 2010 Basissförderung des Landes Niedersachsen

  4. +2011 Eingeladen zu den Hessischen Theatertagen

  5. +2011 Auszeichnung Best OFF Niedersachsen

+ 2011 erste Förderung durch den Fonds Darstellende Künste




„Die „Fräulein Wunder AG“ ist der klassische Ausbrecher aus einem Universum, das Hoch- und Popkultur, Kulturvermittlung und Unterhaltung, trennt.“ Der Freitag



“Was haben die Boatpeople des 21. Jahrhunderts mit der Migrations-geschichte der eigenen Familie zu tun? Was der Mann von heute mit einem Tomatenwurf von 1968? In ihren künstle- rischen Arbeiten geht die Fräulein Wunder AG auf Entdeckungsreise, sie verbindet scheinbar disparate Stoffe in multi-medialen, performativen Ereignissen und verknüpft Recherchematerial zu fragmentarischen Erzählungen.“ Theater der Zeit